Praxisschulter - Dr. Erna Schulter, Psychotherapeutin

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Dr. Erna Schulter
Psychotherapeutin

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Das Gefühl für den eigenen Wert 

 

Das Bild, das wir von uns haben, basiert auf einer höchst labilen Emotion: dem Selbstwertgefühl.

Viele Menschen pendeln zwischen übertriebenen Selbstbewusstsein und schmerzhaften Selbstzweifeln hin und her, und manche kämpfen ein Leben lang gegen die Überzeugung an, „nicht gut genug“ oder „wertlos zu sein“.

 

 

Basis des Selbstwertgefühls ist die Interaktion  die ein Kind mit den Eltern erfährt.

 

Das Sicherheitsnetz eines stabilen Selbstwerts erwächst aus einer sicheren  Bindung zu Mutter, Vater oder beiden Eltern, und es kann sich nicht entwickeln, wenn sie das Kind nicht konsistent unterstützen und ihm unbedingte Empathie und Zuwendung entgegenbringen.

Das bedeutet, wenn man jemand liebt und er erfüllt die Erwartungen nicht, dann sollte es nicht die Gefühle verändern, die man für diesen Menschen hegt.

Man liebt jemand nicht für seine Leistungen oder seine Eigenschaften.

Man liebt einen anderen Menschen, ein Kind, auf eine Art, die unbedingt ist.

Dasselbe gilt auch für die Selbstliebe oder besser Selbstakzeptanz.

Man kann und sollte sich selbst lieben, auch wenn man nicht immer alle Erwartungen oder Anforderungen erfüllt.

Gesunde Selbstliebe ist nicht abhängig von dem, was man leistet. Menschen mit einem gesunden, stabilen Selbstwertgefühl verfügen über eine tief verankerte Selbstakzeptanz.

Das heißt nicht, dass sie sich angesichts von Ablehnung, Versagen oder Scheitern nicht auch schlecht fühlen können.

Aber das wirft sie nicht aus der Bahn;die Selbstakzeptanz ist eine verfestigte, belastbare Eigenschaft geworden- eben nicht abhängig von äußeren Bekräftigungen oder Schwächungen.

 

Unser Selbstwert wird meist schon tief in unserer Kindheit verletzt- also zu einem Zeitpunkt, wo wir uns gegen solche Verletzungen nicht wehren können.

Die Folge daraus ist, dass wir mit diesem Verletzungen langsam versuchen erwachsen zu werden.

Probleme entstehen meist dann, wenn wir mit ähnlichen Situationen konfrontiert werden, die unsere Verletzungen ausgelöst haben.

Unser Selbstwert und das damit gelebte Gefühl, das Selbstwertgefühl, sind eingeschränkt und noch immer auf dem Stand unserer Verletzung.

Manche Menschen werden wütend, andere reagieren übermäßig kühl oder extrem gekränkt, wiederum andere flüchten ihr ganzes Leben vor etwas, was Sie gar nicht einordnen können und  manche Menschen geben ihren Selbstwert und ihr Leben vollkommen auf.

Eifersucht, Beziehungsprobleme, Zweifel, Ängste, Depressionen  haben ihre Wurzeln in einem labilen und geringen Selbstwertgefühl.

 

Ein geringes Selbstwertgefühl entsteht, wenn ein Kind infrage stellen muss, was es tut.

 

Wenn es immer damit rechnen muss, dass jemand traurig oder böse wird, und zwar nicht, weil es selbst etwas aus böser Absicht getan hätte, sondern weil es einfach im Kern böse, undankbar oder irgendwie defizitär sein muss.

 

Es bringt Menschen dazu, nach immer weiteren Beweisen für ihren geringen Selbstwert zu suchen.

Die Abwärtsspirale von Selbstabwertungen, negativen Gedanken, Selbstzweifel und ständiger Selbstkritik macht es fast unmöglich, gelungene Begegnungen, schöne Zeiten und glückliche Augenblicke und Nähe zu anderen Menschen zu genießen.

Obwohl soziale Vergleiche unvermeidlich sind und fast automatisch stattfinden, sind sie höchst problematisch, denn es gibt immer Menschen die all das, was wir können, noch besser können, schöner, gescheiter, lustiger oder eloquenter sind und es gibt natürlich Menschen, die es schlechter tun.

Aber wir vergleichen uns öfter „aufwärts“ und empfinden immer den Schmerz und die Bestätigung, wenn wir dabei schlecht abschneiden.

Deshalb  sollte anstelle des permanenten Vergleichs und der Selbstkritik lieber  Selbstmitgefühl und Selbstnachsicht geübt werden.

 

Selbstmitgefühl soll uns daran erinnern, dass wir menschlich sind, dass jeder Mensch, auch der scheinbar perfekte, Mängel hat und Fehler macht.

 

Selbstnachsicht bedeutet, dass wir erkennen, dass es die Defizite sind, die uns mit anderen verbinden.

Statt uns ständig mit anderen zu vergleichen, sollten wir uns immer wieder daran erinnern, dass Probleme, Fehler und Niederlagen zum Menschsein gehören.

Menschen, die sich diese selbstmitfühlende Haltung aneignen können, sind weniger anfällig für Zweifel, Ängste und Depressionen.

Selbstmitgefühl lässt sich durch Achtsamkeit und Respekt kultivieren, eine Haltung des Nichtwertens und der Distanzierung von Gedanken und Gefühlen, die einem durch den Kopf ziehen.

Die inneren Selbstgespräche, die jeder von uns täglich führt, sollten nicht im kritischen, selbstabwertenden Ton geführt werden, sondern wir sollten mit uns sprechen wie mit einem Freund- ehrlich, aber unterstützend, hilfreich und nachsichtig.

 

Selbstvertrauen bzw. Urvertrauen  und Selbstwirksamkeit  beschreibt zum einem das Vertrauen in seine Fähigkeiten und Fertigkeiten- Ziele und Aufgaben zu bewältigen, aber auch das Vertrauen in sich, ins Leben, in eine gewisse innere Führung ist damit verbunden.

 

 

 

Therapie:

Ermöglicht und unterstützt den/die Klient/In das eigene Selbst, das aus unterschiedlichen Gefühlszuständen besteht, wieder zu vereinen und zu einer einzigartigen Persönlichkeit mit echtem Selbstwert werden zu lassen.

Ein sicheres Gefühl für sich Selbst gibt vielen Problemen keine Chance.